Netzwerk für Berufsrückkehrerinnen

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Kreis Paderborn (krpb). Kindererziehung, Pflege eines Angehörigen, Krankheit oder Arbeitslosigkeit - Gründe, warum Frauen länger erwerbslos sind und dann wieder in den Beruf zurückkehren wollen, sind vielschichtig. Genauso vielschichtig war daher auch das Publikum, das sich dicht um die verschiedenen Informationsstände, Stellenbörsen oder bei der Podiumsdiskussion im Kreishaus drängte. Rund 160 Frauen waren der Einladung des "Netzwerk W" gefolgt zur Veranstaltung "(Arbeits-)Platz da - hier komm ich!".

"Sie sind Familien- und Krisenmanagerin sowie perfekte Organisatorinnen. Sie haben viel Kompetenz aufgebaut und haben allen Grund, mit Stolz und Selbstbewusstsein in den Job zurückzugehen", macht Landrat Manfred Müller den Frauen Mut. Genau darum - Mut und Selbstbewusstsein - ging es an diesem Tag viel, denn allzu häufig fehlt Berufsrückkehrerinnen beides und erschwert die Jobsuche. "Eine berufliche Auszeit kratzt am Selbstbewusstsein", weiß Dr. Angela Siebert vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL. Wie die Rückkehr trotzdem erfolgreich gelingen kann und welche Hilfen und Unterstützung es dabei für die Frauen gibt, zeigten die Kooperationspartner von "Netzwerk W" bei dem Informationstag.

25 Aussteller beantworteten die zahlreichen Fragen, gaben Tipps und praktische Hinweise. Großen Zulauf hatten die drei weiblichen Personalchefs der Unternehmen "Goeken backen", Pflegebären und GPDM - Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement mbH. Sie erzählten in Einzelgesprächen und bei einer Podiumsdiskussion, welche Angebote es in ihren Unternehmen für Berufsrückkehrerinnen gibt und was sie von den Frauen bei einer Bewerbung und im Vorstellungsgespräch erwarten. Konkrete Jobangebote gab es bei der Stellenbörse der Agentur für Arbeit und des Jobcenters, Bewerbungsfotos konnten direkt vor Ort beim Fotostudio Verena Neuhaus gemacht werden - nicht ohne vorher beim Modehaus Klingenthal eine Stilberatung erhalten zu haben und von Mitarbeiterinnen der SBH West gestylt worden zu sein. Ein Bewerbungsmappen-Check, Workshops zum sicheren Auftreten in Bewerbungsgesprächen sowie Beratungen zur Selbstständigkeit und Möglichkeiten der Teilzeitausbildung für Mütter oder Frauen, die Angehörige pflegen, rundeten das Angebot ab.

"Seien Sie mutig!", gaben am Ende die Vertreterinnen aller beteiligten Kooperationspartner den Frauen mit auf den Weg. Zwar sei die Rückkehr steinig und die Doppelbelastung von Beruf und Familie lastet immer noch zum Großteil allein auf weiblichen Schultern, aber: "Nie war Ihre Chance so groß wie heute", sind die Expertinnen überzeugt. Angesichts schwindender Bewerberzahlen können sich Unternehmen nicht mehr leisten, auf Frauen zu verzichten.

Netzwerk W
Das "Netzwerk W" (Wiederkehr) ist eine Initiative des Landes NRW und wird für den Aufbau regionaler Netzwerke zur Unterstützung der Berufsrückkehr gefördert. Im Kreis Paderborn wurde es im Jahr 2009 ins Leben gerufen. Gleichstellungs-, arbeitsmarkt- und bildungspolitische Akteurinnen und Akteure sind darin zusammengeschlossen, um gemeinsam die Interessen der Berufsrückkehrerinnen zu unterstützen und eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit von Müttern zu fördern. Dies betrifft klassische Berufsrückkehrerinnen und geringfügig erwerbstätige Mütter - darunter Alleinerziehende und Frauen ohne Berufsabschluss.

Die aktuellen Mitglieder des "Netzwerk W" im Kreis Paderborn sind: Agentur für Arbeit, Arbeitskreis der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Paderborn, IHK Ostwestfalen Zweigstelle Paderborn+Höxter, Jobcenter Kreis Paderborn, Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL, Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, Kreis Paderborn und die SBH West GmbH.

 

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Wollen Frauen Mut machen
Wollen Frauen Mut machen - Ulrike Rhode (Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe), Rita Fust (SBH West GmbH), Simone Böhmer (Kreis Paderborn), Nicole Jucks (Jobcenter Paderborn), Landrat Manfred Müller, Dr. Angela Siebert (Kompetenzzentrum Frau und Beruf OWL), Rita Köllner (Stadt Delbrück), Claudia Schäfer (Kreis Paderborn), Ulrike Schauerte (Agentur für Arbeit) Foto: Meike Delang