Vom Rohr ins weitläufige Gewässerbett

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Kreis Herford - Rödinghausen (pm). Es ist fast geschafft – die Schierenbeke, ein Nebengewässer der Großen Aue in Rödinghausen, fließt wieder in einem natürlichen Gewässerbett. Über ein Jahr lang wurde mit Hilfe des Weser-Werre-Else-Projektes (WWE) an der Offenlegung der Schierenbeke gearbeitet. Kurz vor der Fertigstellung wurde das Projekt am Donnerstag (06.06.19) präsentiert.

Notwendig wurde die Maßnahme, da die Schierenbeke im gleichnamigen Naturschutzgebiet in dem Abschnitt eine sehr schlechte Gewässergüte aufwies. Der Oberlauf ist sehr naturnah, doch im Bereich der Straße Tannenhöhe ändert sich der ökologische Zustand abrubt. „An der Ostgrenze des Naturschutzgebietes strömte der kleine Bach plötzlich unterirdisch weiter, durchquerte einen Feuerlöschteich und fiel durch einen Absturz 3,6 Meter tief. Dann wurde er verrohrt durch eine Altlast und unter der Straße Tannenhöhe geführt. Für bachaufwärts schwimmende Bachlebewesen war dieser 200 Meter lange Abschnitt ein unüberwindbares Hindernis“, erklärt Karin Bohrer von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Herford.

Mit Hilfe des WWE-Projektes ist es gelungen, die Schierenbeke um den Feuerlöschteich und die Altlast herum zu legen, ohne dabei den wertvollen Erlenbruchwald zu beeinträchtigen. Die Straße Tannenhöhe wird mithilfe eines großen Durchlasses gequert, der von Bachlebewesen gut durchwanderbar ist. Im weiteren Verlauf wurde die Schierenbeke geschwungen in eine Sekundäraue verlegt. Auch im Bereich eines Waldweges verläuft die Schierenbeke nicht mehr durch ein Rohr, sondern offen durch eine Furt.

Für die Maßnahmen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WWE-Beschäftigungsprojektes über ein Jahr an dem Projekt gearbeitet. „Insgesamt wurden 630 Tonnen Bauschutt aus dem anfallenden Boden sortiert, 55 Tonnen Bitumen und 12 Tonnen Gewerbeabfälle“, erläutert Carsten Vogt, Projektleiter des WWE. 1,370 Tonnen Boden wurden fachgerecht abgefahren und entsorgt. Der restliche Boden konnte im Bereich der Maßnahme wiederverwendet werden. Für eine Sohlgleite und die Furt wurden 84 Tonnen Wasserbausteine und 85 Tonnen Schotter verbaut. „Ohne die fleißigen und motivierten Mitarbeitenden wäre diese Maßnahme nicht umsetzbar gewesen“, so Bohrer.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nicht nur passt sich die Schierenbeke völlig natürlich in das Gelände ein und verläuft in kleinen Schwüngen bachabwärts, auch die Altlast ist von dem Gewässer abgekoppelt. Der ökologische Zustand ist langfristig verbessert und auch heimische Tierarten können sich wieder ansiedeln.

Träger der Gesamtmaßnahme ist die untere Naturschutzbehörde des Kreises Herford. Die Gesamtkosten sind mit rund 110.000 € veranschlagt. Das Land NRW unterstützt das WWE-Projekt und damit auch diese Maßnahme mit einer bis zu 80%igen Förderung.

 

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Vom Rohr ins weitläufige Gewässerbett
Stellen das fertige Projekt vor: v. l. Carsten Vogt (Projektleiter WWE), Karl-Heinz Diekmann (Kreis Herford), Torsten Hübner (WWE-Projekt), Karin Bohrer (Kreis Herford) und Ann-Cathrin Sokoliß (WWE-Projekt)