Internationales Jugendtreffen

|   Startseite

Kamen (pdp). Sie sprachen über Europa, Frieden, ihre Kindheit in den vom Krieg gezeichneten Ländern, ihren Glauben und ihr Leben – junge Menschen aus Albanien, Tschechien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina und weiteren Ländern Ost-Europas waren am Samstag zur internationalen Jugendbegegnung in der Pfarrkirche Heilige Familie in Kamen gekommen. Mit diesem Jugendtreffen und einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag endete die 27. Pfingstaktion des katholischen Osteuropahilfswerks Renovabis.

„Der direkte Kontakt zwischen den Menschen in Ost und West bleibt der wichtigste Weg zur Überwindung von Fremdheit, von Stereotypen, von Vorurteilen und damit auch von einer Teilung in Europa“, sagte Pfarrer Christian Hartl, Hauptgeschäftsführer von Renovabis. Und so stand die Begegnung der Jugendlichen und der Austausch auch im Mittelpunkt des Treffens in Kamen mit dem Titel „Lust auf Leute, die was wagen?“. Um diese Wagnisse ging es in Videos und Kurzinterviews, welche die Moderatorin Jutta Loke und Pastor Meinolf Wacker mit den Jugendlichen führten. Eine junge Lehrerin aus Sarajevo berichtete von ihrer Arbeit dort im Jugendhaus Johannes Paul II., das 2016 eingeweiht wurde und auf die über den Verein „go4peace“ organisierten  Jugendbegegnungen zurück geht. Begonnen hatten diese 1996 mit einem Begegnungs- und Wiederaufbaucamp in Vidovice in der Erzdiözese Sarajevo, das vom Jugendhaus Hardehausen organisiert wurde.

An diese Zeit erinnerte Prof. Dr. Šimo Maršiæ, Jugendpfarrer in der Erzdiözese Sarajevo, in seiner Predigt im Abschlussgottesdienst am Sonntag: „Im Jahre 1996 war ich noch Priesteramtskandidat, als ich nach dem Krieg auf dem Balkan in die zerstörte Stadt Sarajevo aus unserer Exil-Unterkunft von der kroatischen Insel Braè zurückkehrte. Im gleichen Jahr kam eine Gruppe junger Leute unter der Leitung von Meinolf Wacker, dem damaligen Jugendpfarrer der Erzdiözese Paderborn, in mein Geburtsdorf Vidovice in Nordbosnien.“
Im Leben und Arbeiten in den Friedenscamps hätten junge Menschen aus Bosnien-Herzegowina, Deutschland und anderen europäischen Ländern, begonnen, gemeinsam zu lernen. „Der Heilige Geist weht, wenn christliche Hoffnung auch unter schwierigsten Bedingungen gelebt wird“, sagte Pfarrer Šimo Maršiæ mit Bezug auf das Evangelium vom Pfingstfest. Die jungen Menschen in den Ländern Europas seien „Gegenwart und Träger einer besseren Zukunft“.

Hintergrund
Das Leitwort der Renovabis-Pfingstaktion 2019 lautet „Lernen ist Leben - Unterstützen Sie Bildungsarbeit im Osten Europas!“. Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis fördert seit seiner Gründung im März 1993 Projekte, die Bildung in einem ganzheitlichen Sinne unterstützen.
Bundesweit eröffnet wurde die Renovabis-Pfingstaktion am 19. Mai 2019 im Rahmen eines Festgottesdienstes mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Paderborner Dom. Der Abschluss fand am Pfingstsonntag, 9. Juni, in Kamen statt.

In den ehemals kommunistischen Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas war das Bildungssystem von Ideologie und Nützlichkeitsdenken geprägt. Auch 30 Jahre nach dem Zusammenbruch dieses Systems sind die politischen, gesellschaftlichen und sozialen Folgen davon spürbar. Die Bildungsprojekte der Projektpartner von Renovabis stärken den Einzelnen und die Gesellschaft in den 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas. Sie zeigen: Bildung ist mehr als Schule oder reine Wissensvermittlung sondern auch „Herzensbildung“.

Weitere Informationen: www.renovabis-paderborn.de

 

 

Zurück
Internationales Jugendtreffen
Das Gespräch mit Jugendlichen aus Ost-Europa führten Moderatorin Jutta Loke (links) und Pastor Meinolf Wacker (rechts) in der Pfarrkirche Heilige Familie in Kamen. Foto: pdp / Michael Bodin