Aktionstag gegen Glücksspielsucht

|   Blickpunkt OWL

Herford (jk). Um auf das hohe Suchtpotenzial von Glücksspielen aufmerksam zu machen, wurde am 26. September 2018 der Bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht durchgeführt. Mit Aktionen im gesamten Bundesgebiet gingen Mitarbeitende der Suchthilfe und Ehrenamtliche auf die Menschen zu, informierten sie im persönlichen Gespräch über die Gefahren, die von der Teilnahme an Glücksspielen ausgehen können.

Allein in NRW leben laut Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Herford e.V. über 80.000 Menschen, die Probleme mit dem Glücksspiel haben. Besonders gefährdet seien dabei junge Männer. Hinzu kommen allerdings die vielen Angehörigen (Partner, Kinder, Eltern Freunde etc), welche ebenso unter der Glücksspielproblematik leiden, wie die Betroffenen selbst. Die Folgen der Glücksspielsucht sind gravierend: Überschuldung, Wohnungs- und Arbeitsplatzverlust, Zerbrechen von Familien, Vereinsamung bis hin zum Suizid.

Was macht Glücksspiele dennoch so attraktiv? Eine Antwort darauf ist die stetig wachsende Zahl an Werbespots für Glücksspiele, so das Diakonisches Werk Herford. Werbung für Glücksspiele sei ansprechend. Bunte Farben, fröhliche Melodien und die beworbene Möglichkeit mit wenig Einsatz viel Geld zu gewinnen laden dazu ein, mit dem Glücksspiel zu beginnen. Vor allem für Personen, die bereits Probleme mit dem Glücksspielen haben, stelle Glücksspielwerbung einen besonderen Anreiz zur Spielteilnahme dar.

Daher fordert die Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW anlässlich des bundesweiten Aktionstages Glücksspielsucht strengere Regeln für Werbung. Ilona Füchtenschnieder, Leiterin der Landeskoordinierung Glücksspiel, sieht die Entwicklung mit Sorge: „Wir sehen Werbung für Suchtmittel generell kritisch.

Insbesondere da, wo sich viele Jugendliche und junge Erwachsene aufhalten, wie zum Beispiel in Fußballstadien. Da sollte nach unserer Auffassung überhaupt nicht geworben werden. Am besten wäre es, wenn dies nur am ‚Point of Sale‘ möglich wäre.“

Die Landeskoordinierung betont, dass das Werbeetat für Glücksspiele von Jahr zu Jahr wachse. Allein in Deutschland gebe die Glücksspielindustrie mehrere Hundert Millionen Euro jährlich zu Werbezwecken aus. So wurden allein für Lotteriewerbung im Jahr 2017 knapp 200 Millionen Euro aufgewandt, heißt es. Hinzu komme, dass immer mehr Online- Casino- Betreiber vermehrt in Internet- und Fernsehwerbung investieren und dort illegale Angebote anpreisen. Kaum jemand wisse darüber Bescheid, dass Onlinecasinos in Deutschland höchstrichterlich verboten sind. Verbraucher und Verbraucherinnen gingen davon aus, das etwas das im Fernsehen beworben wird auch legal sei.

Wenn Sie Beratungsbedarf haben und sie sich oder jemand in ihrem Umfeld in der Thematik wiederspiegeln, wenden Sie sich an uns, so das Team der Fachstelle für Glücksspielabhängige vom Diakonische Werk im Ev. Kirchenkreis Herford e.V.
Auf der Freiheit 25
32052 Herford
Tel.: 05221-599836

www.diakonie-herford.de

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Aktionstag gegen Glücksspielsucht
Allein in NRW leben laut Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Herford e.V. über 80.000 Menschen, die Probleme mit dem Glücksspiel haben.